Wasserstoffversprödung ist die Änderung der Sprödigkeit von Metallen, die durch das Eindringen und die Einlagerung von Wasserstoff in das Metallgitter verursacht wird. Zur Einlagerung des Wasserstoffes kann es während des Fertigungsprozesses oder während der Oberflächenbehandlung z.B. beim galvanischen Verzinken des Bauteiles kommen.
Bauteile aus höherfesten Stählen mit einem hohen Martensitgehalt, wie sie sowohl in der Automobil- als auch in der Flugzeugindustrie häufig eingesetzt werden, sind besonders gefährdet durch die Wasserstoffversprödung geschädigt zu werden. Um dieses Risiko zu minimieren, setzt Fokker Landing Gears in Helmond (NL) Zeitstandprüfsysteme von Messphysik ein.
Hochfeste Stähle werden vor allem bei Verbindungsteilen, lasttragenden Komponenten von Fahrwerken wie auch verzinkten Schrauben in der Automobil- und Flugzeugindustrie verwendet. Im Falle einer entsprechend hohen Belastung kann es zu einem Sprödbruch ohne erkennbare Hinweise auf das bevorstehende Bruchereignis kommen. Um dieses potentielle Sicherheitsrisiko zu beherrschen, sind entsprechende Tests z.B. in der Luftfahrtindustrie gemäß Nadcap-Bestimmungen zwingend erforderlich.
Fokker Landing Gears stattete aus diesem Grund erst kürzlich sein mechanisches Labor mit drei Messphysik Kriechprüfmaschinen der Type Kappa 50 LA aus. Mit diesen Hebelarm-Zeitstandprüfsystemen wird die Wasserstoffversprüdung mechanisch gemäß der internationalen Norm ASTM F519 geprüft. Die Herstellung und Oberflächenbehandlung der erforderlichen Proben erfolgt dabei parallel zum Herstellungsprozeß der Original-Bauteile. Aufgrund der Probenanzahl und der Testdauer von 200 Stunden wurden 3 Prüfsysteme installiert, in denen jeweils 4 Proben parallel getestet werden.
Damit zeigt Fokker Landing Gears als Zulieferer von renommierten Unternehmen der Flugzeugindustrie, dass der Fertigungsprozess komplett beherrscht wird. Die Messphysik-Zeitstandprüfsysteme überzeugten durch die Flexibilität der Maschinenelektronik testControl und der Prüfsoftware testXpert. Aber auch die Fachberatung und die kompakten Abmessungen der Prüfsysteme waren bei der Auswahl mitentscheidend.
Messphysik Materials Testing GmbH – Mitglied der Zwick Roell Gruppe – konnte auch diesmal mit einer Prüflösung überzeugen, die ausgehend vom neuesten Stand der Technik an die Wünsche des Kunden angepasst wurde.