Automatisierte Zugprüfung Drähte und Metallproben

Mit der automatischen Probenzuführung können Drähte und Metallproben effizient und mit höchster Genauigkeit geprüft werden. Der Clou dieses durchdachten Prüfsystems ist die äußerst einfache Bedienung der Anlage. Selbst unbeaufsichtigtes Prüfen in sogenannten Geisterschichten oder die Bestückung der Anlage durch angelerntes Personal ist möglich.

Dadurch können Personalkosten eingespart werden. Auch die Streuung der Testresultate, die bei herkömmlichen Prüfsystemen oft vorkommt, etwa durch die Beeinflussung unterschiedlicher Bediener, ist ausgeschlossen. Die Genauigkeit ist viel höher und die Prüfbedingungen sind auch über eine lange Betriebszeit reproduzierbar.

Der Prüfablauf wird durch die Eingabe der Probendaten bzw. Datenübernahme vom Host-Rechner gestartet. Der Bediener bestückt einfach das Probenmagazin durch Einklipsen der Prüflinge in "Spangen". Bereits getestete Proben werden mit Druckluft ausgeblasen oder mechanisch durch einen Roboter entfernt. Das Probenmagazin kann auf verschiedene Probenlängen und -formen von 100-350 mm Länge eingestellt werden.

Wie kann nun durch das Roboter-System eine höhere Genauigkeit und reproduzierbare Ergebnisse erzielt werden? Zwick's Produkt Manager Robert Kaifler erläutert: "Robotersystem verwalten und platzieren die Proben stets positionsgenau in die Prüfmaschine. Mit verschiedenen Bedienern und  Arbeitsschichten ist dies nicht immer möglich. Weiterhin können Extensometer zur Längenmessung während des Tests automatisch eingesetzt und wieder entfernt werden - ohne menschlichen Kontakt. Der komplette Testablauf wird durch die Software kontrolliert und die Testergebnisse können automatisch und fehlerfrei in eine Datenbank oder eine Tabellenkalkulation eingegeben werden. Der ganze Prozess, der sehr einfach für den Bediener ist, garantiert, dass das Prüfsystem jedes Mal dieselbe Prozedur durchführt."

Automatische Prüfsysteme vereinfachen den Prozess, der für Qualitätsmanagement Systeme wie ISO 9001 erforderlich ist, weil der Prüfablauf bereits vorprogrammiert ist und subjektive Einflüsse ausgeschlossen sind. Eine gesicherte Dokumentation und die zeitnahe statistische Langzeitkontrolle von Prozess- und Produktionsmethoden vermeiden eine uneffiziente Kommunikation zwischen unterschiedlichen Produktionsprozessen.

Zwick hat ein modulares Baukastensystem entwickelt, das es erlaubt, Prüfabläufe zu ändern oder spezifischen Kundenanforderungen anzupassen. Bei Verwendung der Zwick Prüfsoftware testXpert® ist eine gezielte Probenrestentsorgung mit Gut/SchlechtSortierung durch entsprechende Toleranzvorgaben für die Prüfergebnisse möglich.

Die abgebildete Prüfanlage besteht aus einer Zugprüfmaschine und einer automatischen Probenzuführung (Handlingsystem). Das Handlingsystem selbst besteht aus zwei servogesteuerten Fahrachsen und einer umlaufenden Trägerkette mit bis zu 200 Probenhalterungen. Je nachdem, welche Probentypen oder -formen getestet werden, können diese Halterungen als Metallspangen, Klemmen  oder Magnete ausgeführt sein. Die frei programmierbaren Servoachsen erlauben eine beliebige Bestückung der Trägerkette mit den unterschiedlichsten Probenklemmen. Somit ist es möglich, Metallproben, dünne Metalldrähte oder nicht formstabile Proben und Textilien mit demselben System zu handeln.

Die automatische Probenzuführung gibt es in zwei verschiedenen Größen für 100 oder 200 Proben. Der kompakte Systemaufbau benötigt nur wenig Platz und ist daher auch als Nachrüstung an vorhandene Zwick Prüfmaschinen optimal geeignet. Manuelle Prüfungen sind jederzeit durch einfaches Trennen des Roboters möglich.