Fließprüfgeräte liefern Standardwerte für den Schmelzindex (MFR) und den Volumen-Fließindex (MVR) von thermoplastischen und ungefüllten thermoplastischen Kunststoffen nach ISO 1133, ASTM D 1238 und vergleichbaren Normen.
Zwick stellt sowohl einfache Fließprüfgeräte nach Verfahren A sowie Geräte mit automatischer Wegmessung her, mit denen Prüfungen nach Verfahren A und B möglich sind.
Das Cflow Fließprüfgerät besteht aus einem Prüfkanal, der exakt auf die vorgewählte Prüftemperatur geheizt wird, einer Düse mit genormtem Durchmesser und einem Prüfkolben mit oben aufgesetztem Gewichtsstück. Das zu prüfende Material wird in den Prüfkanal eingefüllt. Nach einer festgelegten Vorheizzeit wird es durch die Kraft der aufgelegten Masse durch die Düse extrudiert. Der extrudierte Strang wird in konstanten Zeitintervallen abgeschnitten und gewogen. Das Ergebnis ist die Schmelze-Massefließrate (MFR), die sich aus der extrudierten Masse pro 10 Minuten errechnet.
Dieses Verfahren eignet sich für einzelne Kontrollen bei geringerem Probenaufkommen.
Bei diesem Verfahren muß das Fließprüfgerät mit einer Kolbenwegmesseinrichtung ausgestattet sein, die den zurückgelegten Weg des Kolbens während des Versuchs misst. Die Schmelze-Volumenfließrate (MVR) gibt das extrudierte Volumen pro 10 Minuten an.
Dieses Verfahren wird häufig in der Produktionskontrolle genutzt, da es besser automatisierbar und einfacher in der Bedienung ist Dies liegt vor allem daran, dass keine Gewichtsbestimmung an den einzelnen Strangabschnitten notwendig ist. Sofern die Dichte der Schmelze bekannt ist, kann der MFR-Wert berechnet werden. Wenn zusätzlich eine Waage an das Gerät angeschlossen wird, kann die Dichte der Schmelze ermittelt werden.
In einigen Fällen kann es interessant sein, das Verhältnis von Fließraten zu kennen, die unter verschiedenen Kolbenbelastungen ermittelt wurden. Dieser Wert wird mit ?Flow-Rate-Ratio? (FRR) bezeichnet.
Die Fließprüfgeräte Zwick 4106 können mit einer automatischen Belastungs-Wechseleinrichtung ausgestattet werden. Damit sind bei niedrigeren MVR-Werten Prüfungen aus einer Kanalfüllung bei verschiedenen Gewichtsstufen möglich. Diese Methode spart Zeit gegenüber den Einzelmessungen.
Die Programmierung der Gewichtsstufen kann aufsteigend, absteigend oder gemischt erfolgen. Der Prüfablauf kann zeitgesteuert oder weggesteuert für jeden einzelnen Messschritt erfolgen. Dadurch hat der Bediener eine maximale Freiheit bei der Gestaltung und Optimierung der Prüfmethoden.